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Sterbesettings – Das Lebensende gestalten

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In der Gesellschaft lässt sich aktuell ein wachsendes Interesse am Lebensende, am Sterben und am Tod beobachten. Erfahrungen mit unheilbaren Krankheiten und mit der professionellen Begleitung des Lebensendes durch Palliative Care werden zunehmend in den Medien besprochen und rücken ins Blickfeld verschiedener Forschungsrichtungen. Mit dem angewandten Forschungsprojekt «Sterbesettings» verschränken wir bisher getrennte Fachperspektiven zu einem innovativen, interdisziplinären Zugang.

Neun Forschende – darunter zwei Doktorand:innen der Phil.-hist. Fakultät der Universität Bern – bringen Expertisen aus Kulturwissenschaft, Pflegeforschung, Religionssoziologie und Designforschung ein. In Kooperation mit einem Praxispartner, dem Zentrum für Palliative Care des Stadtspitals Waid Zürich, untersuchen die Forscher:innen die letzte Lebensphase von unheilbar Kranken im Hinblick auf vier grundlegende Komponenten: Sprache; Pflege; Produkt- und Kommunikationsdesign sowie Religion. 

In Zusammenarbeit mit dem Praxispartner schlagen die Forscher:innen auch die Neugestaltung von Kommunikationsmaterialien und die Gestaltung von Pflegeprodukten vor, die den Handlungsspielraum für Sterbende erweitern und ihr Wohlbefinden fördern sollen.

Das Projekt soll ausserdem den Austausch zwischen Gesundheitsfachleuten, Religionsspezialist:innen und anderen Fachleuten bereichern. Auch die Sterbenden zusammen mit ihren Angehörigen sollen so weit wie möglich in diesen Austausch einbezogen werden. Eine Videokünstlerin, die eng mit dem Team zusammenarbeitet, entwickelt auf der Grundlage der Forschungsergebnisse künstlerische Formate, die sich an die breite Öffentlichkeit richten. 

Visuelle Kommunikation im Bereich Palliative Care

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Die Dissertation von Tina Braun “Sterbesettings – Visuelle Kommunikation im Bereich Palliative Care” untersucht die Kommunikationskultur von Palliative Care Institutionen, insbesondere die Rolle visueller Kommunikationsmittel wie Broschüren und Websites. Sie zielt darauf ab, herauszufinden, welche Kommunikationsmittel die Kommunikation anregen und welche Bedürfnisse Sterbende und ihre Angehörigen haben. Die Forschung umfasst Interviews mit Kommunikationsverantwortlichen, Designanalysen von Dokumenten und die Neugestaltung von Kommunikationsmitteln durch Prototyping. Das Ziel ist es, die Lebensqualität am Lebensende zu verbessern und eine zielgruppenorientierte Kommunikation zu ermöglichen.

Tina Braun

Tina Braun hat Visuelle Kommunikation an den Hochschulen der Künste Bern und Basel studiert und ihren M.A. in “Visual Communication and Iconic Research” abgeschlossen. Nach Jahren als Designerin und Art Direktorin in internationalen Agenturen gründete sie 2016 ihr eigenes Designstudio. Seit 2020 ist sie Doktorandin im Doktoratsprogramm Studies in the Arts SINTA an der Graduate School of the Arts and Humanities GSAH der Universität Bern. Sie forscht innerhalb des SNF-Projekts “Sterbesettings – eine interdisziplinäre Perspektive”.

Sterbedinge

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Die Dissertation von Bitten Stetter erforscht Sterbedinge als Teil lebensweltlicher Praktiken und Kommunikation am Lebensende. Sie betrachtet, wie Sterbedinge Handlungsräume beeinflussen, Trost spenden und Identität formen können. Die Forschung verbindet Anthropologie, Designtheorien und Thanatologie, um Lebenswelten am Lebensende zu untersuchen und die “New Death” im 21. Jahrhundert zu verstehen. Methoden wie ethnografische Forschung und phänomenologische Objektforschung werden genutzt, um die Sterbedinge in ihrem Kontext zu erforschen. Das Ziel ist es, das gewonnene Wissen in End-of-Life-Produkten umzusetzen, die zukünftig im Sterbe- und Pflegebereich eingesetzt werden können.

Bitten Stetter

Bitten Stetter ist eine Modedesignerin, die seit 1999 selbständig arbeitet und gesellschaftliche Veränderungen kritisch analysiert. Sie kooperiert mit Museen und Unternehmen, darunter das Museum für Kommunikation Berlin. Als Professorin für Trends & Identity an der Zürcher Hochschule der Künste leitet sie Bachelor- und Masterprogramme. Seit der Sterbebegleitung ihrer Mutter beschäftigt sie sich mit Sterben, Tod und Trauer im digitalen Zeitalter und entwickelt Care Design-Produkte. Sie ist Gründerin und Geschäftsleiterin von finally. Seit 2020 ist sie Doktorandin im Doktoratsprogramm Studies in the Arts SINTA an der Graduate School of the Arts and Humanities GSAH der Universität Bern. Sie forscht innerhalb des SNF-Projekts “Sterbesettings – eine interdisziplinäre Perspektive”.

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